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Niederlage gegen Ludwigsburg
Trotz vieler Highlights: Bamberg Baskets geht die Luft aus
Die spektakulärste Aktion des Spiels: Baskets-Center Daniel Keppeler verewigt Jonas Wohlfarth-Bottermann auf dem Poster.
Die spektakulärste Aktion des Spiels: Baskets-Center Daniel Keppeler verewigt Jonas Wohlfarth-Bottermann auf dem Poster. // Daniel Löb
Bamberg – Die Heimpremiere der BMA365 Bamberg Baskets geht daneben: Das Team von Trainer Jesus Ramirez begeistert phasenweise mit Hochgeschwindigkeits-Basketball, leistet sich gegen Ludwigsburg aber zu viele Schwächephasen.

Nach einer deutlichen Niederlage und einem Kantersieg folgte im ersten Bundesliga-Heimspiel der Saison ein bis zum Ende umkämpftes Spiel – ohne Happy End für die BMA365 Bamberg Baskets. Vor 4210 Zuschauern musste sich das Team von Trainer Jesus Ramirez den MHP Riesen Ludwigsburg mit 96:103 geschlagen geben. Die Bamberger hatten begeisternde Phasen, schenkten Führungen im zweiten und dritten Viertel von bis zu neun Punkten aber zu leichtfertig weg. In der Schlussphase machten die Ludwigsburger um die beiden starken US-Guards Ishmael Leggett (21 Punkte) und Justin Kier (20) die „Big Points“.

Bundesliga

BMA365 Bamberg – MHP Riesen Ludwigsburg 96:103

21:27, 29:21, 24:23, 22:29

Ähnlich furios, wie die Bamberger die Auswärtspartie in Vechta beendet hatten, starteten sie in die Heimpremiere gegen die MHP Riesen. Mit offensiver Verteidigung und Aggressivität, wie man sie normalerweise von Ludwigsburg kennt, dominierten die Baskets die Anfangsphase. Nach vier Punkten an der Freiwurflinie traf Trevon Scott nach zwei Minuten aus der Ecke einen blitzsauberen Dreier zur 7:0-Führung.

Jordan Jones drückte offensiv aufs Gaspedal schloss nach feinem Dribbling erfolgreich ab (11:4). Danach kam das Bamberger Spiel zumindest kurzzeitig ins Wanken. Jones entglitt zunächst das Spielgerät und beging dann ein Offensivfoul. Auf der Gegenseite verstanden die Gäste es nun, die aggressive Bamberger Verteidigung beim Pick-and-Roll mit Pässen in die Zone auszuhebeln. Beim Stand von 13:16 nahm Jesus Ramirez seine erste Auszeit.

Yuval Hochstadter (mit Ball) legte einen beherzten Auftritt aufs Parkett.
Yuval Hochstadter (mit Ball) legte einen beherzten Auftritt aufs Parkett. // Daniel Löb

Wie sich bereits in den ersten beiden Saisonspielen andeutete, könnte die Reboundschwäche die Oberfranken trotz mehr Athletik auch in dieser Saison begleiten. Die Riesen hatten die Bretter im ersten Viertel (6:12 Rebounds) im Griff und mittlerweile auch die Bamberger. Mit einem 21:27-Rückstand ging es für die Baskets in den zweiten Spielabschnitt.

An Energie mangelte es den Gastgebern jedenfalls nicht. Bamberg legte zu Beginn des zweiten Viertels noch einmal an Intensität zu und provozierte bereits den zweiten Acht-Sekunden-Regelverstoß der Riesen. Keine acht, aber sechs Punkte markierte dann Jordan Jones in einem Angriff. Der Aufbauspieler wurde beim Dreierversuch unsportlich gefoult, traf alle Freiwürfe. Nach dem Bamberger Einwurf ließ der US-Amerikaner einen Distanzwurf zum 33:33-Ausgleich folgen. Yuval Hochstadter eroberte die Führung dann schließlich mit einem beherzten Zug zum Korb zurück.

Der Bamberger Jordan Wright attackiert den Korb.
Der Bamberger Jordan Wright attackiert den Korb. // Daniel Löb

18:3-Lauf für Bamberg

 Noch besser wurde es im folgenden Angriff: Nach einem Ballgewinn hob Daniel Keppeler an der (Mini-)Freiwurflinie ab und stopfte das Spielgerät über Jonas Wohlfarth-Bottermann in den Korb – 10:0-Lauf perfekt. Die Highlights und der Highspeed rissen in dieser Phase nicht ab. Keppeler schloss erneut spektakulär mit einer Hand ab, Jordan Wright traf im Fastbreak aus der Distanz. Bamberg zog auf 45:36 davon, die Arena kochte. So schnell sich die Baskets sich dieses Polster erarbeiten, so schnell war es wieder dahin.

Die Bamberger trafen einige schlechte Entscheidungen in der Offensive und begannen mit der Linie der Schiedsrichter zu hadern. Daniel Keppeler, Hason Ward, Richard Balint und Yuval Hochstadter waren zur Pause jeweils mit drei Fouls belastet. Die Ludwigsburger, angeführt von einem starken Aufbauspieler Justin Kier (13 Punkte), lagen zur Pause mit einem Punkt vorne (50:51).

Keine eineinhalb Minuten lief das Geschehen im dritten Viertel wieder, verschärften sich die Bamberger Foulprobleme: die beiden etatmäßigen Center Keppeler und Ward mussten beide ihr viertes „Persönliches“ hinnehmen. Brendan Terry war gefordert. Der Deutsch-Amerikaner, der in seinen spielerischen Anlagen noch recht roh ist, machte seine Sache sehr ordentlich – und sorgte für einen Energieschub. Trotz Foulproblemen verteidigten die Baskets weiter intensiv übers ganze Feld und provozierten weiter Ballgewinn über Ballgewinn. Mylik Wilson ging voran und belohnte sich für seinen Einsatz mit vier einfachen Punkten. Bamberg hatten wieder die Spielkontrolle übernommen, führten mit 63:56.

Der Ludwigsburger Darius Perry wird vom Bamberger Brendan Terry eng beschattet.
Der Ludwigsburger Darius Perry wird vom Bamberger Brendan Terry eng beschattet. // Daniel Löb

Riesen drehen das Momentum

Doch analog zum zweiten Spielabschnitt ging das Ramirez-Team mit seiner mühevoll erarbeiteten Führung zu sorglos um. Eine kurze Schwächeperiode mit zwei Ballverlusten und vergebenen Freiwürfen nutzten die Riesen, um wieder auf einen Punkt aufzuschließen. Offensiv kamen die Bamberger schnell wieder auf Touren: Ward ließ es zweimal krachen. Doch defensiv machten es die Baskets den Riesen im Halbfeldspiel zu einfach: Neben Kier kamen mit Ishmael Leggett und Darius Perry nun auch die beiden anderen US-Guards immer besser in die Partie. Nach 30 Minuten war die Partie ausgeglichen (74:74).

Center Hason Ward lässt es krachen.
Center Hason Ward lässt es krachen. // Daniel Löb

In der Folge schlug das Pendel immer mehr Richtung Ludwigsburg aus. Nach einem streitbaren Offensivfoul von Joshua Obiesie bekam Baskets-Trainer Ramirez noch ein „Technisches“ aufgebrummt. Die Stimmung war aufgeheizt, bei den Bambergern ging nicht mehr viel zusammen. Nach einem Leggett-Dreier führten die Schwaben mit sechs Zählern (74:80). Wütend und mit viel Entschlossenheit kamen die Bamberger aus der Auszeit und eroberten die Führung nach Punkten von Scott, Obiesie und Wilson zwischenzeitlich zurück. Doch Ludwigsburg machte nun die „Big Points“.

Baskets-Coach Jesus Ramirez entledigte sich früh seines Jackets.
Baskets-Coach Jesus Ramirez entledigte sich früh seines Jackets. // Daniel Löb

Hughes trifft die wichtigen Dreier

Darius Perry und zweimal Elijah Hughes netzten von jenseits der 6,75-Meter-Linie ein und verschafften Ludwigsburg die höchste Führung des Abends (86:94). Hughes haben die Bamberger ohnehin nicht in guter Erinnerung. Bereits beim 100:79-Auswärtssieg der Riesen in der vergangenen Saison hatte der Scharfschütze fünf Dreier getroffen. Getroffen haben die Bamberger in der Schlussphase nicht mehr viel.

Ein Distanztreffer von Jones drei Minuten vor Ende zum 90:94 brachte die Hoffnung zurück. Bamberg hatte die Chancen, doch ließ einige Würfe liegen. Am Ende rutschte die Dreierquote auf unter 30 Prozent. Die MHP Riesen machten die „100“ voll und feierten im dritten Spiel den zweiten Saisonsieg.

Die Basketball-Statistik

BMA365 Bamberg Baskets: Wright (22 Punkte/3 Dreier), Scott (14/1), Obiesie (14/2), Jones (13/2), Keppeler (8), Wilson (6), Balint (6/2), Hochstadter (5), Ward (4), Terry (4), Bähre

MHP Riesen Ludwigsburg: Kier (21), Leggett (21/3), Perry (18/3), Hughes (16/4), Rutherford (13), Dongmo Temoka (5), Cartier (4), Polas Bartolo (3), Baumer (2), Joplin, Wohlfarth-Bottermann

Schiedsrichter: Hack, Iglesias Ambrosio, Kazda

Zuschauer: 4210

Gesamtwurfquote: Bamberg 42  Prozent (33 Treffer/79 Versuche), Ludwigsburg 58 Prozent (34/59)

Dreierquote: Bamberg 29 Prozent (10/34), Ludwigsburg 46 Prozent (11/24) 

Freiwurfquote: Bamberg  74 Prozent (20/27), Ludwigsburg 73 Prozent (24/33)

Rebounds: Bamberg 41 (23 defensiv/18 offensiv), Ludwigsburg 36 (25/11)

Ballgewinne/-verluste: Bamberg 10/15, Ludwigsburg  6/20

Assists: Bamberg 17, Ludwigsburg 19

Fouls: Bamberg 30, Ludwigsburg 22

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